The Missing (UK/2014)

Einmal mehr eine fesselnde Mini-Serie aus UK. Die zunächst eher einfache Story entwickelt sich zu einem kompliziert verwickelten Plot, der den Zuschauer in seinem Bann hält. James Nesbitt, Frances O’Connor und Tchéky Karyo in den Hauptrollen wissen alle zu überzeugen und auch die weiteren Darsteller sind perfekt ausgesucht und es gibt praktische keine Ausfälle. Noch ist die Serie nicht beendet, doch bisher bin ich sehr begeistert.

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The Tunnel

Nachdem die Amerikaner sich des Stoffes der dänisch schwedischen Serie Bron/Brön mehr oder minder erfolgreich angenommen haben, gibt es nun auch eine Adaption als britisch französische Co-Produktion. Die auslösende Tat der ersten Staffel, der Leichnam auf der Öresund Brücke, wird kurzerhand in den Tunnel zwischen Calais und Folkestone verlegt. Diese gut besetzte Umsetzung hält sich sehr stark an der skandinavischen Vorlage und hält das auch, anders als das US-Remake bis zum Ende durch. In den Hauptrollen spielen Stephen Dillane und Clémence Poésy und halten sich stark an die Vorlagen ihrer Charaktere. Während Dillane es da als eigentlich liebenswerter, jedoch leider untreuer Gemütsmensch eher einfacher hat, muss Clémence Poésy eine an dem Asperger Syndrom leidende Detektivin darstellen, der scheinbar jede menschliche Emotion fremd ist und somit ihrer Umwelt ständig vor den Kopf stößt. Dies gelingt ihr eigentlich ganz gut, wenngleich ihre beiden Vorgängerinnen dies vielleicht noch ein wenig besser umsetzen konnten. Wer das skandinavische Original noch nicht gesehen hat, sollte dies schnellstens nachholen, oder sich aber diese Version zu Gemüte führen. Wer die Vorlage bereits kennt, wird sich vermutlich immer wieder dabei erwischen die kleinen Unterschiede zu suchen und zu überlegen, welches die bessere Variante ist. Ich persönlich halte The Tunnel für eine ordentliche Adaption der Originalserie, die im Gegensatz zur US-Version die Story im Auge behält und die Essenz des Originals vermittelt.

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Borgen

So, die erste Staffel habe ich jetzt gesehen und bin recht begeistert. Eine komplexe Story über die Stories und Intrigen um den dänischen Staatsminister. Ein gutes Darsteller Ensemble wird durch eine klare Regie geleitet. Das Ganze ist zudem ordentlich geschnitten und gefällt auch durch die Tiefe der einzelnen Charaktere. In die zweite Staffel habe ich bereits kurz hineingeschaut und da geht es auf dem gleichen Niveau weiter.

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Bedlam – Season 2

Hatte die erste Staffel durch den Season-langen Arc noch eine komplexe Story aufzubieten, die mit einigen talentierten Darstellern interessant und stimmungsvoll umgesetzt wurde, so ist man jetzt dazu übergegangen  einen Ghost of the Week zu präsentieren, der in jeder Folge zu einem Wettlauf , um die arme Seele einlädt. Leider hat man auch einen Großteil der Akteure ausgetauscht, was der Qualität der Serie eher zum Nachteil gereicht. Schade drum. Derzeit habe ich zwar erst die ersten 3 Teile gesichtet, doch ich glaube nicht, dass es hier noch eine Verbesserung geben wird. Ich bin gespannt.

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The Guilty (TV Mini Series)

Immer mal wieder gibt es kleine Mini-Serien in England, die ich in drei oder ein paar mehr Folgen mit einem einzelnen Kriminalfall auseinandersetzen. Bei „The Guilty“ ist es das Verschwinden eines kleinen Jungen, der hier im Zentrum des Geschehens steht.

Auf zwei Zeitebenen, wird zwischen dem Zeitpunkt des Verschwindens und der Gegenwart hin und her gewechselt. Im Jahre 2008 verschwindet nach einer Grill Party eines Einzelheim-Viertels ein kleiner Junge und die Geschehnisse dieses Tages bleiben für lange Zeit ungeklärt. Verantwortlich für die Ermittlungen ist DCI Brand, gespielt von Tamsin Greig, die einige vielleicht aus der Commedy Episodes kennen. Zum Zeitpunkt des Verschwindens war Brand schwanger und da der Fall nicht gelöst werden konnte, hatte ihrem Boss die Karriere gekostet. Immer wieder muss sie sich mit kleinen und größeren familiären Problemen auseinandersetzen ohne den Fall, der auch über ihrer beruflichen Zukunft wie ein Damokles Schwert schwebt, aus den Augen zu verlieren.

Ein starker Cast (neben Tamsin Greig kennt man vielleicht auch Darren Boyd (Spy, Whites)) haucht dem Plot mit viel emotionaler Tiefe Leben ein und hält den Zuschauer über weite Strecken im Bann. Obwohl nur drei Episoden lang bekommen viele der Charaktere Struktur und lassen das Handeln der Figuren gut nachvollziehen. Das Ende ein doch recht unerwarteter Ausgang steht, runde diese Mini-Serie gut ab.

Dem deutschen Fernseh-Publikum wird diese Serie aber wohl nicht in absehbarer Zeit über den Bildschirm flimmern, da es für dieses Format eigentlich keinen wirklichen Sendeplatz gibt. Für die Privaten dürfte das Produkt viel zu ruhig und wenig aktionreich sein. Die öffentlich Rechtlichen haben eigentlich keine Möglichkeit drei Teile in die Programmstruktur einzubinden und würden die Serie vermutlich irgendwo zu nachtschlafener Zeit auf einen Spartenkanal verbannen und dort im Block zu versenden.

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A Good Day To Die Hard

Mein Gott, was war das denn. Konnten die ersten drei Filme noch durch ein mehr oder minder clevere Story, gute Darsteller und coole Sprüche überzeugen, schien bereits der vierte Film nach dem Motto viel kann viel den Zuschauer mit pausenloser Aktion überzeugen zu wollen. Der fünfte Film nun, wirft das alte Konzept komplett über den Haufen und erschlägt mit einer reinen Action Kanonade, die keinerlei Raum für Logik, darstellerische Leistung oder auch Humor läßt. Selbst der ehemals charismatische Bruce Willis wirkt in dieser Katastrophe wie sein eigenes schlechtes Abziehbild. Die wenigen dünnen Witzchen entbehren jeder Selbstironie und gehen in dem Special Effects Gewitter unter, dass nach dem Motto lauter, wilder, unrealistischer gestrickt ist.

Erfreulichster Aspekt ist die, mit nur 98 Minuten (abzüglich des elenmd langen Abspanns) kurze Laufzeit. Bleibt zu hoffen, dass der ausgebliebene kommerzielle Erfolg diesem Franchise entgültig den Garaus macht.

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The Descendents

Mit 5 Oscar Nominierungen, 4 davon in den Hauptkategorien, macht sich ein kleines Meldodram auf in den Wettstreit, um die diesjährige Krone der Kinowelt. Alexander Payne, der besonders mit seinem Film Sideways für Aufsehen gesorgt hatte (Oscar für das beste Drehbuch) ist auch in The Descendents neben der Regie für das Drehbuch verantwortlich und hat zudem diesen Film mitproduziert. Für die Umsetzung der Verfilmung des Buches von Kaui Hart Hemmings holte der Regisseur neben George Clooney eine Garde von eher unbekannteren aber keineswegs unbegabten Darstellern zusammen. Mit der Besetzung von Clooneys Film-Tochter, Shailene Woodley hat er einen absoluten Kunstgriff getan, da die junge, eher unbekannte Amerikanerin eine unglaubliche Präsenz in ihre Rolle zaubert und perfekt die Entwicklung der rebellischen Teenagerin verkörpert.

Die Story ist eigentlich recht einfach und schnell erzählt, lebt aber von den tiefen Emotionen, die mit dem Plot verbunden sind. Die Frau eines Rechtsanwaltes erleidet einen schweren Unfall während eines Bootsrennens und liegt im Koma. Der bis dahin beruflich stark eingespannte Vater muss sich aus diesem Grunde mit seinen beiden Tochter befassen, während er eigentlich in Verhandlungen um die Zukunft des Familienerbes steht.

Alexander Payne gelingt es diese eigentlich tot-traurige Story mit mit Einfühlungsvermögen und Humor zu erzählen, dass dem Zuschauer die eigentliche tragische Story kaum im Bewußtsein bleibt und nur in einigen wenigen Situationen in den Vordergrund tritt. Großen Anteil daran, dass dies möglich ist, hat ein fulminant aufspielender George Clooney, der zwar von Schicksalsschlägen getroffen, fast immer ein Augenzwinkern behält, um mit dieser Situation für sich und seine Töchter umgehen zu können. Das wirkt so authentisch und natürlich, besonders auch in den Szenen, in denen es dem Familienvater nicht mehr gelingt für seine Töchter die Fassade zu erhalten, dass man zeitweise vergisst, dass es sich hier nur um eine erdachte Geschichte handelt.

The Descendents ist ein humorvolles Melodram, dass trotz der tragischen Story optimistisch stimmt und ob seiner tollen Darsteller, auch in den weiteren Rollen die Nominierung für den Oscar rechtfertigt.

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Carnage – Gott des Gemetzels

Wahrlich es gibt bescheuerte deutsche Titel, doch dieser ist gar nicht so schlimm, wie man vielleicht zunächst denkt, handelt es sich doch um ein Zitat aus dem neuen Film von Roman Polanski. In seinem 20 Film hat der nun fast 80 Jahre alte Pole eine wundervolle Riege von Schauspielern um sich gescharrt und ein wundervolles Kammerspiel geschaffen, dass es vielleicht auch verdient gehabt hätte, bei den Oscar-Nominierungen berücksichtigt zu werden.

Jodie Foster, Kate Winslet, John C. Reilly und Christoph Waltz liefern sich in einem New Yorker Appartment einen einstündigen Psychokrieg um das vermeintliche Fehlverhalten ihrer halbwüchsigen Söhne. Während dieses verbalen Scharmützels kristallisieren sich die wahren Probleme der beiden Paare und die persönlichen Eigenheiten heraus und die einzelnen Schutzhüllen der beteiligte Protagonisten werden Schicht um Schicht entblättert.

Am Ende stehen sich vier entblößte Erwachsene gegenüber, die sich kaum noch in die Augen sehen können.

Polanskis Darsteller hauchen den Figuren mit großem Einsatz oder kleinen Gesten unglaublich viel Leben ein und ziehen den Zuschauer tief in die Geschichte hinein. Die knackigen Dialoge und die gut getimte Inszenierung garantieren perfekte Unterhaltung.

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Margin Call

An einer Investment Bank werden aus finanziellen Gründen einige Mitarbeiter gekündigt. Einer dieser Mitarbeiter weißt seiner Assistenten beim Verlassen des Gebäudes noch kurz auf ein mögliches Problem hin. Diese Vermutung stellt sich dann auch als erschreckende Realität heraus und ein katastrophaler Crash steht bevor.

Margin Call beschreibt auf sehr lapidare Weise die Mechanismen, die in Gang gesetzt werden, um das bevorstehende Desaster für die Führungsriege der Bank zu gering wie möglich zu halten. Regisseur J.C.Chandor zeigt hier ungeschminkt, wie der einzelne Mitarbeiter zur besser oder schlechten Schachfigur degradiert wird. Es geht hier nicht darum Spannung aufzubauen, da es diese im wirklichen Leben auch nicht gibt. Die Starken werden am Ende siegen und die Bauernopfer bleiben auf der Strecke. Wie sagt Jeremy Irons in der Rolle des Inhabers John Tuld so schön „We just react. And we make a lot money if we get it right. And we get left by the side of the side of the road if we get it wrong. And there have always been and there always will be the same percentage of winners and losers. Happy foxes and sad sacks. Fat cats and starving dogs in this world. Yeah, there may be more of us today than there’s ever been. But the percentages-they stay exactly the same.“

Margin Call ist intelligente Unterhaltung, die nicht nur durch die Ähnlichkeit der Namen John Tuld (Richard Fuld, CEO der Lehman Bros.) auf das Finanzdesaster aus der jüngeren Vergangenheit hinweist.

Chandor schafft es zudem Sympathien für alle Figuren zu wecken, egal, ob sie die Leidtragenden der Entscheidungen sind, oder ob sie unpopuläre Entscheidungen treffen müssen. Dies liegt sicherlich auch daran, dass die komplette Cast gut aufgelegt und gut besetzt ist.

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Hodejegerne – Headhunters

Ich muss gestehen, dass ich bisher kein Buch von Jo Nesbö gelesen habe, jedoch nun geneigt bin, mir eines seiner Werke anzueignen, zumal Headhunter von Nesbrös Anhängerschar eher als weniger stark angesehen wird.

Roger Brown, die Hauptfigur in diesem norwegischen Film aus dem Jahr 2011 ist ein erfolgreicher Headhunter, der für recht exklusive Klienten arbeitet. Trotzdem geht er, um seinem Lebensstandard zu finanzieren einer kleinen lukrativen Nebenbeschäftigung als Kunstdieb nach. Als sich seine finanzielle und private Situation verschlechtert, tut sich für ihn eine Chance auf, die er nicht auslassen kann und verstrickt sich dadurch in ein Netz von Lügen und Gewalt.

Regisseur Morten Tyldum, der dem deutschen Publikum eher unbekannt sein dürfte setzt die wandlungsreiche und fesselnde Story auf typisch skandinavische Art ohne viel Firlefanz um. Schwelgt die Kamera kurzfristig in der schönen Landschaft Norwegens, so fokosiert sie sich schnell wieder auf die Protagonisten und zeigt ziemlich kompromisslos die entscheidenden Situationen in deren Leben. Vor der expliziten Darstellung von Gewalt wird selten Halt gemacht. Aus der durchgehend gut aufgelegten Cast ragt der Darsteller der Hauptfigur Aksel Hennie hervor, der dem arg gebeutelten Roger Brown viele Facetten abgewinnen kann. Einigen bekannt sein könnte sein Gegenspieler, der von Nikolai Coster-Waldau gespielt wird und bereits in der US TV-Serie Game Of Thrones zu sehen war.

Wer skandinavische Krimis mag, dem sei Headhunter ans Herz gelegt, sollte man auf deutschen Ton nicht verzichten wollen, so muss man wohl noch bis zum nächsten Frühling warten, da es bisher nur die norwegische OF mit englischen Untertiteln gibt.

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